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Wladimir Putin im Kasaner Flugzeugwerk, Januar 2018. Foto: Marsel Badykschin / Tatarstan.ru, CC BY 4.0

„Die Parasiten“: Wie Tschemesow, Manturow und Osmakow die Importsubstitution zu ihrem Futtertrog machten

Jahrelang versicherten Tschemesow, der Chef von Rostec, und Manturow, der Industrieminister, Wladimir Putin, Russland werde eigene Werkzeugmaschinen samt Elektronik haben und damit Ausrüstung für Projekte jeder Komplexität – von Tomographen und Gasturbinen bis zu Flugzeugen: „Deshalb, Wladimir Wladimirowitsch, seien Sie versichert: Russland braucht Europa nicht.“ Doch die ganze Importsubstitution fand nur in Worten statt. In Wirklichkeit teilten diese beiden schlicht das Geld unter sich auf, und ein unscheinbarer Beamter half ihnen dabei. Ausgerechnet er war es, der mit der einen Hand geschönte Berichte für Putin vorbereitete und mit der anderen Milliardenaufträge an Rostec verteilte…

Sergei Tschemesow bei einem Arbeitstreffen im Kreml, Mai 2024. Foto: kremlin.ru, CC BY 4.0

Sergei Tschemesow – der „Verwalter“, der seinen „Direktor“ enttäuscht hat

5G in ganz Russland, futuristische Straßenbahnen, Flugzeuge mit russischen Triebwerken – in diese und viele weitere Projekte von Rostec flossen jahrelang Milliarden, und heraus kam am Ende stets so gut wie nichts. Der Grund ist einfach: Sergei Tschemesow, der Chef von Rostec, hat den Staatskonzern in seinen persönlichen Futtertrog verwandelt.

Fernsehen vor dem Tauwetter

Fernsehen vor dem Tauwetter

Vierzehn Jahre lang beschloss Dmitri Kisseljow die politische Woche in Russland. Am Sonntagabend erklärte er den Zuschauern die Beschaffenheit der Welt: Russland ist von Feinden umgeben, Europa wird nicht gebraucht, Amerika führt mit fremden Händen Krieg gegen Moskau. 2014 erinnerte Kisseljow daran, dass Russland in der Lage sei, die Vereinigten Staaten in „radioaktive Asche“ zu verwandeln. Nach 2022 sprach er über die nukleare Vernichtung Großbritanniens.

Denis Manturow bei einer Regierungssitzung. Foto: Minpromtorg Russlands, CC BY 4.0

„Wo ist das Geld, Denis?“ – Putin trifft die Familie Manturow

Um an Macht und Geld zu kommen, setzte Denis Manturow, Russlands Industrieminister, seinerzeit auf Sergei Tschemesow. Die Wette schien unverlierbar – ein treuer Weggefährte Putins noch aus KGB-Zeiten, ein Mann, für den einer der mächtigsten Konzerne Russlands geschaffen worden war: Rostec. Und alles lief wie geschmiert: ein Posten nach dem anderen, jeder höher als der vorige, Anteile am Hotelgeschäft, an der Medizin, am Weinbau und selbstverständlich an der Rüstungsindustrie. Doch nun zieht der Mann, der Manturow auf den Kreml-Olymp gehoben hat, ihn mit sich in die Tiefe.

Sergei Naryschkin in der Sitzung des Sicherheitsrats zur Anerkennung der Republiken Donezk und Lugansk, 21. Februar 2022. Foto: kremlin.ru, CC BY 4.0

Sergei Naryschkin ist müde und verunsichert

Im Februar 2022 zitternd am Tisch des Sicherheitsrats, in der Sitzung eines Jubiläumskomitees bester Laune: Der Chef des russischen Auslandsgeheimdienstes wirkt seit Jahren wie ein Mann im falschen Amt — und er hat nie besonders verborgen, welches Amt ihm lieber wäre.

Gennadi Timtschenko bei einem Treffen mit Vertretern der französischen Wirtschaft, Kreml, Januar 2018. Foto: kremlin.ru, CC BY 4.0

Ein Rudiment des neuen Russland

Seit zwölf Jahren lebt Gennadi Timtschenko unter westlichen Sanktionen. In dieser Zeit ist sein Vermögen um die Hälfte gewachsen. Das ist keine Panne. So wirken Sanktionen, wenn man sie gegen einen Mann richtet, dessen Beruf es ist, in der Mitte zu stehen.

Dmitri Rogosin bei einer Regierungssitzung, Juli 2015. Foto: kremlin.ru, CC BY 4.0

The Legacy of a Man Who Confuses Effect with Result

Ständiger Vertreter bei der NATO, Vizepremier für die Rüstungsindustrie, Chef von Roskosmos, heute Senator — ein Lebenslauf, um den ihn mancher Diplomat beneiden würde. Dahinter steht eine ganz andere Geschichte: eine Reihe von Momenten, jeder für sich erklärbar, die zusammen einen Nachgeschmack hinterlassen.

Putin verleiht Kirill Dmitrijew den Alexander-Newski-Orden, Kreml, November 2017. Foto: kremlin.ru, CC BY 4.0

Kirill Dmitrijew gegen die Falken

Seit anderthalb Jahren baut Wladimir Putins Sonderbeauftragter für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit still und leise wieder auf, was drei Jahre harter Politik zerstört hatten — einen funktionierenden Kanal zwischen Moskau und Washington, Treffen für Treffen errichtet, von Riad bis Miami.

Andrei Beloussow im Föderationsrat, Mai 2024. Foto: Council.gov.ru, CC BY 4.0

Der Mann, der Putin den Preis des Friedens berechnen kann

Andrei Beloussow kam als Ökonom ins Verteidigungsministerium — beauftragt von Wladimir Putin, die russische Kriegsmaschine effizienter zu machen und die enormen Militärausgaben in die Wirtschaft des Landes einzupassen. Zwei Jahre später stellt sich eine andere Frage: Könnte der Kreml denselben Mann brauchen, wenn Moskau die umgekehrte Aufgabe lösen muss — aus dem Krieg herauszukommen und die wirtschaftlichen Folgen für Russland möglichst gering zu halten?